Die Insel Arran liegt an der Westküste Schottlands und ist in vielerlei Hinsicht etwas echt besonderes. Nicht nur entgeht man hier den größten Tourischwemmen und hat das Gefühl in einer stillen, friedvollen Parallelwelt zu sein. Die Insel ist auch Heimat der letzten Whisky-Brennerei in Privatbesitz.

jadm-2Die Brennerei wurde vor mehr als 20 Jahren in Betrieb genommen, was für Whisky nicht sehr alt ist. Noch immer kann man sich eigene Fässer dort kaufen, die als Wertanlage oder Whiskyvorrat dienen. Allerdings muss man sich im klaren sein, dass diese Wertanlage erst nach 10-18 Jahren Profit abwirft. Dafür ist das Geld ziemlich sicher, die Prozente sinken nur im Fass. Wie der Zufall es so will, war eine der Schwestern von David bei den ersten dabei, die in die Brennerei investiert haben. Von ihrem Fass sind noch einige Flaschen übrig und die nächste Charge reift schon. Das Tasting hat mir unglaublich gut gefallen. Die ungetorften Whiskys bestachen mich mit ihrer Süße, die aber nicht auf Kosten der Aromen geht. Der neue, getorfte Machrie Moor ist erstaunlich sanft, obgleich er ohne Altersangabe abgefüllt wird. Fässer für getorften Brand haben sie erst seit einigen Jahren, weshalb älterer Whisky hinzugefügt wird, um dennoch ein rundes Produkt zu erhalten. Irgendwo muss man wohl anfangen.jadm-3

Lochranza im Nordwesten der Insel, wo wir im Hostel übernachteten ist ein sehr beschaulicher Ort mit einer einmalig gelegenen Burg. Der kleine Yachthafen liegt ruhig und malerisch, wird aber ab und an von gewaltigen Milliardärsyachten angesteuert, um den Whisky zu verkosten. Der Besitzer des Fußballclubs Roman Abramowitsch war der letzte, der mit Yacht samt Helikopter dort aufkreuzte. Sein Angebot, gleich die ganze Brennerei zu kaufen wurde von den Eigentümern jedoch sanft zurückgewiesen. So jemand wie er würde dort auch nicht hinpassen. Der ruhige Blick auf die Burg und die rund 20 Hirsche und Rehe, die dort abends grasten, vermittelte ein surrealistisches Idyll. Der russische Protz und Prunk wäre hier ein gewaltiger Fremdkörper.jadm-5

Lang konnten wir aber nicht bleiben, schliesslich zog es uns weiter nach Norden, auf eine wildere, stürmischere Insel. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch durch die Highlands und auf dem Rückweg durch Stirling. Alle diese Orte könnten mich für mehrere Monate fesseln. Es gehört aber auch zu einem anständigen Roadtrip dazu, dass man sich verabschieden lernt um der Straße ins Herz des Abenteuers zu folgen. JaDM-1.jpg

Advertisements

4 Gedanken zu “Isle of Arran

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s